Logo - Journal der Monderkundungen - Apollo 16

Überarbeitete Niederschrift und Kommentare © Eric M. Jones

Redaktion und Edition Ken Glover

Übersetzung © Thomas Schwagmeier u. a.

Alle Rechte vorbehalten

Bildnachweise im Bilderverzeichnis

Filmnachweise im Filmverzeichnis

RealAudio‑Dateien: Siegfried Kessler

Der Morgen vor EVA‑1

  1. Technische Nachbesprechung am

    Young:Die Hängematte fühlte sich an wie ein richtiges Bett, weil sich darunter die Anzüge stapelten. Der Stapel hat die Hängematte etwa 3 Zoll (7,6 cm) angehoben, also hing sie nicht durch und ich lag auf den Anzügen. Die Stütze für den Rücken war ungewohnt.

    Duke:Wie mitgeteilt, nahm ich vor den ersten zwei Nächten eine Seconal. Das half mir (trotz der Begeisterung Ruhe zu finden). Ich habe in allen drei Nächten auf dem Mond gut geschlafen.

    Young:Am ersten Abend ist mir sehr warm gewesen. Deshalb zog ich alles aus, hängte FCSNASAFCSFecal Containment Subsystem und WMSNASAWMSWaste Management System zum Trocknen auf und legte mich so in den Schlafsack. Mitten in der Nacht wachte ich auf, weil meine Füße kalt waren. Ich drehte mich um (mit dem Kopf in den vorderen Kabinenbereich und den Füßen in der Mittelsektion), legte die ISANASAISAInterim Stowage Assembly über meine Füße und schlief weiter. Das funktionierte gut. In den folgenden Nächten behielt ich die LCGNASALCGLiquid‑Cooled Garment an (natürlich ohne dass Wasser durch die Schläuche zirkulierte), denn es war deutlich kälter in der Kabine.

    Die hauptsächlichen Ursachen für die niedrigere Kabinentemperatur in der Ruhepause sind:

    • Die Abschaltung zusätzlicher Elektronik, um Strom zu sparen.
    • Das Abdecken der Fenster, sodass kein Licht und damit auch keine Wärmestrahlung in die Kabine kam.
    • Die Bewegungslosigkeit der Astronauten während des Schlafes.

    Selbst das Fehlen solcher verhältnismäßig schwachen Wärmequellen konnte die Temperatur in einem kleinen Raum wie der Kabine des Landemoduls spürbar sinken lassen.

    Nachbesprechung

    (Fortsetzung)

    Duke:Nachts wurde es kalt. Auch mit der LCGNASALCGLiquid‑Cooled Garment brauchte man den Schlafsack. Nicht unbedingt von Anfang an, doch zumindest ich hätte nach ein paar Stunden gefroren, wäre aufgewacht und spätestens dann in den Schlafsack gekrochen. Die Hängematten waren großartig.

    Young:Ja. Fand ich auch.

    Bei erläutert der Berichterstatter (PAONASAPAOPublic Affairs Officer) im MOCRNASAMOCRMission Operations Control Room die weitere Planung für den Aufenthalt auf dem Mond. Vorgesehen sind drei EVAsNASAEVAExtravehicular Activity, beginnend bei , und . Der Start von der Mondoberfläche verschiebt sich um und von ursprünglich auf . Der begrenzende Faktor ist das Wasser in den Tanks der Landestufe, das zum Zeitpunkt des Starts nur noch für etwa reichen würde. Damit ist diese Reserve am Ende geringer als geplant.

    Audiodatei (, RA-Format, 1,1 MB) Beginnt bei .

  2. Duke: Houston, Orion. (lange Pause) Hallo Houston, Orion.

  3. England: Guten Morgen, Charlie. Schön, dich zu hören.

  4. Duke: Ja, auch schön, euch zu hören. Wir sind wach. Hattet ihr vor ungefähr einen Stationswechsel?

  5. England: Warte, ich frage nach. (Pause) Okay. Ja, hatten wir. Wieso? War ein Geräusch zu hören?

  6. Duke: Okay. Ihr … (hört Tony) Ja, als die Verbindung unterbrochen wurde, gab es ein extrem lautes Störgeräusch. Darum sind auf meinem EKG von vorhin sicher ein paar heftige Ausschläge zu sehen.

  7. England: Okay. Die Ärzte bestätigen es.

  8. Duke: Ja.

  9. Es ist am . In Honeysuckle Creek (HSKNASAHSKHoneysuckle Creek Tracking Station), Australien, steht der Monduntergang bevor und in Madrid (MADNASAMADMadrid Tracking Station) ist der Mond gerade aufgegangen. Hamish Lindsay war Technischer Leiter der australischen Bodenstation. Er notierte, dass die Übergabe um stattfand, also um oder bei . Hamish schreibt: An beiden Orten stand der Mond sehr tief über dem Horizont. Das könnte der Grund für die Signalstörung während der Übergabe gewesen sein.

  10. Duke: Okay. Ich gebe euch … Moment. (lange Pause) Okay, Tony. Wenn ihr bereit seid, gebe ich euch den Mannschaftsbericht (SUR 3-7).

  11. England: Okay, sind bereit. Kommen.

  12. Duke: Okay. Für John könnt ihr bei Tag-5 Mahlzeit-B das Roggenbrot streichen. Alles andere hat er gegessen und zusätzlich einen Nahrungsriegel. Für mich könnt ihr ebenfalls das Roggenbrot streichen und einen Nahrungsriegel hinzufügen. Dazu habe ich einen Trinkbeutel ausgetrunken. Ich meine das EVANASAEVAExtravehicular Activity‑Getränk (32 oz ⬦ 0,9 l Orangensaft). Also zusätzlich einen Trinkbeutel und einen Nahrungsriegel. Nun die Medikamente. John hat nichts genommen und gut geschlafen. Ich habe eine Seconal genommen und geschlafen, denke ich, und zwar sehr gut. Ende.

  13. NASANASANASANational Aeronautics and Space Administration-Foto S72-19887 zeigt Ernährungswissenschaftlerin Rita Rapp mit einer Auswahl an Nahrungsmitteln für Apollo 16. Auf dem Etikett der mittleren Packung in der vordersten Reihe steht: Tag-4 Mahlzeit-A. Einzelheiten zu den Menüs im LMNASALMLunar Module sind in der Pressemappe für Apollo 16 (Apollo 16 Press Kit) zu finden.

  14. England: Okay, alles notiert. In Ordnung. Du sagst, dass du John dazu gebracht hast, einen dieser Nahrungsriegel zu essen?

  15. Duke: Kaum zu glauben, nicht?

  16. England: Erstaunlich! (Pause)

  17. Duke: Und er hat so fest geschlafen, dass ich ihn eben wecken musste. Ich wollte einfach nicht mehr warten.

  18. England: (lachend) Sehr gut. Damit bist du genau im Zeitplan. Wir hätten euch jetzt sowieso geweckt. (lange Pause)

  19. Duke: Ich war so ungeduldig und konnte John einfach nicht länger schlafen lassen. Also weckte ich ihn. Außerdem wollte ich, dass wir den Zeitplan einhalten.

    Jones: Stellten Sie ihre Mahlzeiten selbst zusammen oder machte das jemand anderes?

    Duke: Wir hatten verschiedene Nahrungsmittel zur Auswahl und unsere Ernährungsberaterin empfahl … Ihr Name war Rita Rapp. Sie stellte alles zusammen, sorgte aber für sehr abwechslungsreiche Mahlzeiten. Sehr ausgewogen und mit reichlich Kalorien für jeden Tag …

    Jones: Und wenig Verdauungsrückständen (für weniger Stuhlgang).

    Duke: Mit wenig Verdauungsrückständen. Ja. Es gab Erbsensuppe, Tomatensuppe, auch eine Pilzsuppe, glaube ich. Einige Sorten Brot, Thunfischaufstrich, Erdnussbutter und die Mettwurst. Eine Reihe von Dingen. Und diese Nahrungsriegel mit sehr hoher Energiedichte. Soweit ich mich erinnere, schmeckten mir die Riegel ganz gut. Obwohl John sie anscheinend nicht besonders mochte. Sie erinnerten an Müsliriegel, nur etwas zäher. Und auch überhaupt nicht knusprig.

    Jones: Warum kein Roggenbrot?

    Duke: Ich weiß nicht mehr, warum wir das Brot nicht wollten. Wir waren durstig, deshalb ist es uns vielleicht zu trocken gewesen. Wahrscheinlich aus dem Grund. Denn vor dem Flug konnten wir unsere gesamte Verpflegung probieren, und was uns nicht schmeckte, wurde aussortiert. Rita hat uns alles vorgesetzt. Für mich zum Beispiel … Ich bat sie um eine Grütze. Für uns Südstaatenjungs gab es keine anständige Grütze. Nicht auf dem Mond, aber im Kommandomodul (CMNASACMCommand Module), wo auch warmes Wasser aus der Leitung kam, konnte ich dann eine ziemlich gute Grütze essen. Rita brauchte zwei, drei Versuche dafür. Die ersten schmeckten furchtbar. Doch schließlich, Sie wissen schon, eine Prise Salz und etwas Butter, ein bisschen hiervon, ein wenig davon. Am Ende gelang es ihr, und ich habe alles aufgegessen.

    Äußerungen zum Thema Verpflegung in der Nachbesprechung (Technical Crew Debriefing) sind im Kommentar nach wiedergegeben.

  20. Duke: (nicht zu verstehen) Houston, wir sind bereit, unsere Startzeiten zu notieren (SUR 3-7). Ende.

  21. England: Okay. Warte. (lange Pause) Okay, Charlie. Wir haben den Block mit LMNASALMLunar Module‑Startzeiten für euer Formular. (Pause)

  22. Duke: Lies vor.

  23. Wegen der abgeschalteten Missionsuhr sind die Startzeiten eigentlich bedeutungslos. Das erklärt John in der Nachbesprechung (Technical Crew Debriefing), wiedergegeben im Kommentar nach .

  24. England: Okay. T22 · 116 · 29 · 51T23 · 118 · 28 · 22T24 · 120 · 26 · 55T25 · 122 · 25 · 28T26 · 124 · 24 · 00T27 · 126 · 22 · 32. Berücksichtigt ist eine GETNASAGETGround Elapsed Time‑Aktualisierung von 00 · 11 · 48. Ken bekommt diese Aktualisierung in etwa 2 Stunden.

  25. Duke: (nicht zu verstehen) Verstehe. Beginne mit 22: 116 · plus 29 · plus 51118 · plus 28 · plus 22120 · plus 26 · plus 55122 · plus 25 · plus 28124 · plus 24 · plus 00126 · plus 22 · plus 32. Und berücksichtig ist eine GETNASAGETGround Elapsed Time‑Aktualisierung von und für Casper. Ende.

  26. Die Zahlen stehen für:

    1. T-22 Start in Rev-22NASAREV oder RevRevolution bei GETNASAGETGround Elapsed Time
    2. T-23 Start in Rev-23NASAREV oder RevRevolution bei GETNASAGETGround Elapsed Time
    3. T-24 Start in Rev-24NASAREV oder RevRevolution bei GETNASAGETGround Elapsed Time
    4. T-25 Start in Rev-25NASAREV oder RevRevolution bei GETNASAGETGround Elapsed Time
    5. T-26 Start in Rev-26NASAREV oder RevRevolution bei GETNASAGETGround Elapsed Time
    6. T-27 Start in Rev-27NASAREV oder RevRevolution bei GETNASAGETGround Elapsed Time

    Duke: Aus irgendeinem Grund wollte man die Missionsuhr verstellen. Wahrscheinlich um etwas zu synchronisieren oder besser koordinieren zu können. Wie Sie wissen, waren die Uhrzeiten kein starres Gerüst, und wenn es sich anbot, hat man die Uhr verstellt. In dem Fall und nach vorn.

  27. England: Okay. Die Wiederholung war korrekt. Wir wollen auch noch die Checkliste für die Oberfläche aktualisieren.

  28. Duke: Fang an.

  29. England: Okay. Auf (SUR) 11-1. (Pause)

  30. Duke: Weiter.

  31. England: Okay. Offenbar waren wir gestern Abend () etwas voreilig mit unserer Aufforderung, die Zeile PRONASAPROProceed (gedrückt halten bis Ruhemodus‑Leuchte – Aus) zu streichen. Bitte nimm die Streichung wieder zurück.

  32. Duke: Okay. Keine Sorge. Das hätten wir gemacht. Vielen Dank. (SUR 11-1)

  33. England: Okay. Als Nächstes Seite (SUR) 11-2. (Pause)

  34. Duke: Warte.

  35. England: Okay. (Pause)

  36. Duke: Weiter.

  37. England: Okay. Wir möchten, dass du unter dem Eintrag zur Aktualisierung der T‑Ephemeriden Folgendes notierst: Verwendung der Ephemeriden für T nur, falls eine LGCNASALGCLunar Module Guidance Computer/CMCNASACMCCommand Module Computer‑Uhrensynchronisation erforderlich ist. Die Datenzeilen lauten: R-1NASAR-1, R-2 und R-3Register00011R-2NASAR-1, R-2 und R-3Register13346R-3NASAR-1, R-2 und R-3Register25621.

  38. Duke: Okay. R-1NASAR-1, R-2 und R-3Register und R-2NASAR-1, R-2 und R-3Register bitte wiederholen.

  39. England: Okay. R-1NASAR-1, R-2 und R-3Register00011R-2NASAR-1, R-2 und R-3Register13346.

  40. Duke: Okay. Notiert ist: Verwendung der Ephemeriden für T nur, falls eine LGCNASALGCLunar Module Guidance Computer/CMCNASACMCCommand Module Computer‑Uhrensynchronisation erforderlich ist. R-1NASAR-1, R-2 und R-3Register00011R-2NASAR-1, R-2 und R-3Register13346R-3NASAR-1, R-2 und R-3Register25621 (SUR 11-2). Und das wird von euch geladen, oder müssen wir das eingeben, falls die Uhren synchronisiert werden sollen?

  41. England: Okay. Das müsst ihr eingeben, um eure Uhr zu synchronisieren, nachdem die CSMNASACSMCommand and Service Module‑Zeit geändert wurde.

  42. Duke: Okay. Vielen Dank.

  43. England: Okay, das war alles. Wenn ihr so weit seid, sage ich etwas zur Streckenführung.

  44. Duke: Warte ein paar Minuten, bis John an das COMMNASACOMMCommunications‑System angeschlossen ist. Wir werden gleich frühstücken und sagen Bescheid. Dann kannst du reden, während wir essen.

  45. England: In Ordnung.

  46. Sehr lange Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Jones: Also brauchten Sie die COMM‑Kappe, um Houston zu hören? Es gab keine Lautsprecher in der Kabine?

    Duke: Nein, keine Lautsprecher. Man musste die Kappe aufsetzen.

    Audiodatei (, RA-Format, 0,1 MB) Meldung des Berichterstatters (PAONASAPAOPublic Affairs Officer) im MOCRNASAMOCRMission Operations Control Room bei .

  47. Young: Hallo Houston. Guten Morgen.

  48. England: Guten Morgen, John.

  49. Young: Hast du auch die Nacht durchgearbeitet, Tony?

  50. England: Nein, nein. Ich war zu Hause und habe geschlafen.

  51. Young: Gut. (Pause)

  52. Duke: Tony wohnte fast gegenüber von uns auf der anderen Straßenseite. In El Lago. Wenn ich mich recht erinnere … Nein, Irrtum. Er wohnte woanders.

    Jones: Aber in der Nähe.

    Duke: Ja. Nur ein paar Kilometer entfernt.

  53. Young: Okay. Du wolltest über die EVANASAEVAExtravehicular Activity sprechen.

  54. Die Karte DESCARTES ○ EVA-I, III; 1 von 3 zeigt den für EVA-1NASAEVAExtravehicular Activity geplanten Streckenverlauf.

    Der Ablaufplan für die Arbeit auf der Mondoberfläche bei Apollo 16 (Apollo 16 Final Lunar Surface Procedures) enthält unter anderem eine Beschreibung der Missionsziele, die auch vermittelt, welches Bild die Geologen von dieser Region hatten, bevor John und Charlie dort gelandet sind. Im Abschnitt Detaillierte Beschreibung der wissenschaftlichen Ziele für die DescartesRegion (ab Seite 9) ist zu lesen:

    Das lunare Hochland scheint im Wesentlichen aus drei Ablagerungstypen zu bestehen:

    • Zusammenhängendes Prä‑Imbrium‑Material und älteres erodiertes Krater‑Material.
    • Ejektadecken, deren Material bei großen, Becken bildenden Einschlägen ausgeworfen wurde (z. B. bei der Entstehung des Mare Imbrium). Beispielhaft dafür sind die Fra-Mauro-Region (Apollo 14) sowie die Hochlandgebiete der Montes Apenninus (Apollo 15).
    • Vulkanisches Material wie das Descartes-Hochland, dem Landegebiet von Apollo 16.

    Die Descartes‑Region ist interessant, weil dort Proben zu finden sein werden, die es ermöglichen, zwei durch Vulkanismus entstandene geologische Einheiten petrochemisch zu untersuchen: die Cayley-Formation und das Kant-Plateau. Im Landegebiet sind Teile der beiden Einheiten deutlich und gut abgegrenzt erkennbar.

    Junge Krater unterschiedlichster Größen in dem Bereich erlauben es, Proben aus verschiedenen Tiefen dieser Hochland‑Einheiten zu erhalten. Dome am Grund einiger Krater mit Durchmessern von bis zu 1 Kilometer weisen darauf hin, dass eine tiefere Schicht unbekannten Ursprungs beim Einschlag durchstoßen wurde.

    Kiva bei CW,7/73,2 ist einer der Krater mit zentralem Dom.

    Im Ablaufplan heißt es weiter: Die Cayley-Formation ist eine Hochlandebene mit flachem bis welligem Gelände, entstanden durch dünnflüssige Lavaströme und Ablagerung von pyroklastischem Schutt. Diese Einheit ist nach den Mare‑Gebieten die größte separat identifizierbare Gesteinseinheit auf der Mondvorderseite (bedeckt 7% der Vorderseitenoberfläche). Die Descartes‑Berge am (westlichen) Rand der Kant-Plateau‑Einheit bilden ein raues zerfurchtes Gelände und sind höchstwahrscheinlich das Produkt zäh fließender Lava, pyroklastischer Ablagerungen und dazugehöriger Vulkankegel. Die Gesteinseinheit bedeckt 4,3 Prozent der Vorderseite des Mondes. Eine Landung an diesem Ort bietet die einzigartige Gelegenheit, junge Krater mit hellen Strahlensystemen zu datieren sowie deren morphologische Entwicklung zu untersuchen. Dabei gewonnene geologische Informationen können verwendet werden, um auf das Alter anderer gut sichtbarer Krater mit ähnlicher Struktur zu schließen.

    Folgende Bereiche im vorgeschlagenen Landegebiet (Landestelle 2 in Abbildung 2.5-3) werden für die geologische Erkundung empfohlen:

    1. die Cayley-Ebene mit jungen Kratern, welche von einem hellen Strahlensystem umgeben sind (North Ray, South Ray)
    2. die südlichen Descartes‑Berge (Stone Mountain)
    3. die nördlichen Descartes‑Berge (Smoky Mountains)
    4. erodierte Krater und Kraterketten.

    Abbildung 2.5-4 des Ablaufplans (Apollo 16 Final Lunar Surface Procedures) ist eine Karte der geologischen Einheiten im Descartes‑Landegebiet, die vor dem Flug entstand.

  55. England: Okay. (Pause) Hier das Ergebnis der Überlegungen aus dem Nebenraum (SORNASASORScience Operations Room). Nach euren Beschreibungen erwarten wir, dass der Bereich bei Spook stellenweise mit Material des Strahlenausläufers von South Ray belegt ist. Da wir bei EVA-1NASAEVAExtravehicular Activity jedoch in erster Linie an lokalem Cayley‑Material interessiert sind, müsst ihr euch wohl etwas Zeit nehmen und genauer hinsehen, um das lokale vom South-Ray‑Material zu unterscheiden. Ihr sagtet, die Gesteinsbrocken des Strahlenausläufers sind sehr kantig. Also könnten abgerundete Kanten ein Hinweis auf lokales Material sein. Bei Flag habt ihr vermutlich dasselbe Problem. Aber weil die Gegend im Moment nicht zu sehen ist, müssen wir vor Ort vielleicht reagieren. Mit anderen Worten: Versteift euch bei Flag nicht zu sehr auf Krater Plum. Wenn euch am Rand von Krater Flag eine Stelle auffällt, an der mit größerer Wahrscheinlichkeit lokales Material zu finden ist, dann solltet ihr dort hinfahren.

  56. Young: Okay, machen wir. Die Farbe des Ausläufermaterials ist auch ein guter Anhaltspunkt. Die Brocken sind absolut weiß.

  57. England: Richtig. Und … Und dann … (hört John)

  58. Young: Wenigstens denke ich das. Auf die Art … (hört Tony)

  59. England: Entschuldige, John. Sprich weiter.

  60. Young: Beim Aufrichten (P-64NASAP-64Program 64 (Approach Phase), ) haben die Brocken jedenfalls weiß ausgesehen.

  61. England: Richtig. Im LMNASALMLunar Module/ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package‑Bereich läuft eigentlich alles wie vorgesehen. Ihr braucht euch dort erst mal nicht um Gesteinsproben zu kümmern. Das erledigen wir am Ende von EVA-1NASAEVAExtravehicular Activity oder bei Station 10 in EVA-2NASAEVAExtravehicular Activity.

  62. Young: Verstanden.

  63. England: Dann will ich noch einmal daran erinnern, dass ohne Wechselstrom und Richtantenne die Fernsehübertragung beim Aussteigen entfällt. Es erübrigt sich also, die Fernsehkamera auf das Stativ zu montieren und weiter weg aufzustellen. Charlie wird die Kamera installieren, wenn er die LCRUNASALCRULunar Communications Relay Unit montiert hat. Weil wir beim Ausladen des ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package … Verzeihung, des LRVNASALRVLunar Roving Vehicle nicht zusehen können, hätten wir gern eine ausführlichere Schilderung der Vorgänge. Was das ALSEPNASAALSEPApollo Lunar Surface Experiments Package betrifft, halten wir nach wie vor einen Standort nordwestlich von euch für am besten geeignet. Aber das ist komplett euch überlassen. Was immer euch richtig erscheint. Schließlich die UV‑Kamera. Wir geben …

  64. Young: Okay.

  65. England: … dir zu den entsprechenden Zeitpunkten neue Objekte.

  66. Young: Okay. Wir müssen die Kamera bestimmt etwas näher beim LMNASALMLunar Module aufstellen, wegen des jetzigen … Macht wahrscheinlich keinen großen Unterschied.

  67. Mit der UV‑Kamera wurden astronomische Objekte fotografiert und spektrografisch aufgenommen.

    Duke: Die Kamera sollte im Schatten stehen, aber möglichst weit vom LMNASALMLunar Module entfernt. Ich weiß nicht, ob es dabei um das Sichtfeld ging oder ob man Staub auf der Linse vermeiden wollte. Doch der höhere Sonnenstand verkürzte den Schatten, sodass wir die Kamera näher aufstellen mussten. Die genauen Hintergründe weiß ich nicht mehr.

    Abbildung 2.3-1 im Ablaufplan für die Arbeit auf der Mondoberfläche bei Apollo 16 (Apollo 16 Final Lunar Surface Procedures) zeigt den Lauf der Sonne. Aufgrund der verspäteten Landung verschob sich auch das Zeitintervall für Aufnahmen mit der UV‑Kamera nach hinten. Ursprünglich war die Filmentnahme bei vorgesehen. Tatsächlich entnommen hat John die Filmkassette bei GETNASAGETGround Elapsed Time, also fast . Die Landefähre war ungefähr 7 Meter hoch. Zum geplanten Zeitpunkt stand die Sonne 40 Grad über dem Horizont und das LMNASALMLunar Module warf einen 8 Meter langen Schatten. Zum Zeitpunkt, als die Kamera tatsächlich ausgeschaltet und die Filmkassette entnommen wurde, stand die Sonne bei 48 Grad und die Schattenlänge betrug nur noch 6 Meter. Die Kamera selbst war etwa 1,4 Meter hoch, durfte also nicht weiter als 5 Meter vom LMNASALMLunar Module entfernt aufgestellt werden, um bis zum Schluss im Schatten zu bleiben.

  68. England: Okay. Und wenn ihr dafür seid, versuchen wir weiter, drei EVAsNASAEVAExtravehicular Activity reinzuquetschen.

  69. Duke: Was meinst du mit: Ob wir dafür sind?!

  70. England: (Lachen) Ich wollte euch nur die Chance geben, eure Meinung zu sagen.

  71. Young: Ich würde nichts reinquetschen wollen, aber lass uns drei unternehmen! (lange Pause)

  72. Duke: Übrigens, Tony, Charlie hier. Ich bitte dich, dem ALFMEDNASAALFMEDApollo Light Flash Moving Emulsion Detector‑Forschungsleiter im Wissenschaftsraum (SORNASASORScience Operations Room) etwas auszurichten. Dieselben Lichtblitze, die wir auf dem Flug zum Mond gesehen haben, sind sowohl im Mondorbit als auch auf der Mondoberfläche zu sehen. Ende.

  73. Charlie meint Lichtblitze, verursacht von kosmischer Strahlung, die mit geschlossenen Augen oder bei Dunkelheit wahrgenommen wurden. Mithilfe des ALFMEDNASAALFMEDApollo Light Flash Moving Emulsion Detector wollte man das Phänomen untersuchen. Charlie trug den Detektor auf dem Flug zum Mond für eine Stunde und ebenso auf dem Rückflug zur Erde. Gleichzeitig trug John eine Augenbinde. Beide meldeten jeweils, wann sie einen Lichtblitz bemerkten.

    David Woods lenkt unsere Aufmerksamkeit auf eine Stelle in Carrying the Fire, dem ersten Buch von Michael Collins, CMPNASACMPCommand Module Pilot bei Apollo 11: Während des Fluges ist mir nichts aufgefallen. … Heute bin ich unsicher und kann mir beides vorstellen, absolute Dunkelheit, aber auch, wie ein dünner heller Strich in der Finsternis auf meine Netzhaut trifft. Ohne eine verlässliche Aussage machen zu können, möchte ich mich an dieser Diskussion jedoch nicht beteiligen.

  74. England: Okay. Hat sich die Häufigkeit geändert?

  75. Duke: Es sind (auf der Oberfläche) etwa so viele wie … Es sind weniger als während des Experiments, dass wir (auf dem Weg zum Mond) durchgeführt haben, aber ungefähr so viele wie im Mondorbit.

  76. England: Okay, verstehe. Weniger als während des Experiments, aber ungefähr so viele wie im Orbit.

  77. Duke: Ja, ich meine, etwa … Ich würde sagen, dass vor dem Einschlafen vielleicht 10 zu sehen waren, und ich bin ziemlich schnell eingeschlafen. Die Blitze sind also nicht besonders häufig, doch sie kommen vor.

  78. England: Okay. Sehr gut.

  79. Sehr lange Unterbrechung des Funkverkehrs.

    Die ETBNASAETBEquipment Transfer Bag hatte Charlie bereits vor der Ruhepause gepackt (). Daher werden John und Charlie nach dem Frühstück ihre Anzüge anziehen (SUR 3-8).

  80. Young: Okay, Houston. Wir sind bei (SUR 3-8). Was zeigt eure Uhr?

  81. England: Entschuldige, John. Kannst du das wiederholen?

  82. Young: Ich sagte: Wir sind bei und . Wir wollen die Anzüge anziehen. Welche Zeit habt ihr?

  83. England: .

  84. Young: Okay. Dann beginnen wir. Damit meine ich: Wenn wir angezogen sind und das PLSSNASAPLSSPortable Life Support System angelegt haben, dekomprimieren wir die Kabine und steigen aus. Denn es ist schwierig für uns, die Zeit im Auge zu behalten.

  85. England: Okay. Verstanden. Allerdings haben wir eine Bitte. Wir möchten, dass ihr noch mal an der Richtantenne herumspielt.

  86. Young: Okay. Wollt ihr das jetzt gleich?

  87. Duke: (zu John) Ja, lass uns das jetzt erledigen.

  88. England: Wenn ihr bereit seid.

  89. Young: Wir sind bereit.

  90. England: Okay. Unterbrecherpaneel 11 ▷Wechselstromverteiler B ▷S‑Band‑Antenne schließen.

  91. Young: Ist geschlossen. (Paneel 11)

  92. England: Okay. Auf Paneel 16 unter COMMNASACOMMCommunications, S‑Band‑Antenne schließen.

  93. Young: Ist geschlossen. (Paneel 16)

  94. England: Anzeigen schließen.

  95. Young: Anzeigen geschlossen. (Paneel 16)

  96. England: Und Heizung ▷S‑Band‑Antenne schließen.

  97. Young: Unterbrecher S‑Band‑Antenne unter Heizung ist geschlossen. (Paneel 16)

  98. England: Okay. An den Reglern für die Richtantenne die angegebenen Winkel einstellen. (Pause)

  99. Young: Okay.

  100. England: Okay. Den Ausrichtungsmodus auf Drehen. (Pause)

  101. Young: Ausrichtungsmodus auf Drehen. (Paneel 12)

  102. England: Warte kurz, bitte. (lange Pause)

  103. Duke: Die Antenne funktioniert womöglich, John. Eben hat sich der Zeiger bewegt.

  104. Young: Der Schwenkwinkelzeiger?

  105. Duke: Ja. Die ganze Zeit wurden 12 (Grad) angezeigt und jetzt minus 75 (Grad) (Paneel 12). (Der Schatten, den die Antenne wirft) Sieht aber nicht aus wie 75. (Pause) Natürlich kann man bei dem Neigungswinkel wenig erkennen. (Pause)

  106. Young: Okay. Was wollt ihr als Nächstes machen, Houston?

  107. England: Warte kurz. Wir sind hier mit einem anderen Problem beschäftigt. (Pause)

  108. Young: (etwas erstaunt zu Charlie) Mit einem anderen Problem beschäftigt?

  109. England: Okay. Wir möchten Unterbrecher Inverter 2 geschlossen und Inverter 2 eingeschaltet. (Pause)

  110. Duke: Okay, erledigt. (Paneel 16, Paneel 14). (zu John) Das hab ich befürchtet. Der Zeiger steht wieder bei 12 (Grad). (Paneel 12)

  111. England: Okay, weiter mit dem Versuch. Der Ausrichtungsmodus steht auf Drehen. Bitte den Neigungsregler entgegen dem Uhrzeigersinn bis zum Anschlag drehen.

  112. Duke: Ausgeführt. (Paneel 12)

  113. England: Okay. Ausrichtungsmodus – Aus. (Pause)

  114. Duke: Ist aus. (Paneel 12)

  115. England: Okay. Nun beide Regler, Neigen und Schwenken, im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag drehen. (Pause)

  116. Duke: Ausgeführt. (Paneel 12)

  117. England: Okay. Ausrichtungsmodus – Drehen. (Pause)

  118. Duke: Okay. …

  119. England: Und sag uns … (hört Charlie)

  120. Duke: … Der Schalter wurde gestellt, aber die Antenne hat sich nicht bewegt.

  121. England: Okay. Wir verstehen. Die Antenne hat sich nicht bewegt.

  122. Duke: Nein. Weder um die Neigungs- noch um die Schwenkachse. (lange Pause)

  123. England: Okay. Überprüf auf Paneel 16, ob der Unterbrecher S‑Band‑Antenne geschlossen ist.

  124. Duke: Ist geschlossen. (Paneel 16) (lange Pause) (verärgert) Was für ein Mist! (Pause) Schießt das Ding (nicht zu verstehen)

  125. England: Okay, wir wollten sowieso gerade Schluss machen damit. Ausrichtungsmodus – Aus. (Pause)

  126. Young: In der Schwenkachse hat sich was bewegt, Charlie.

  127. England: Dann die angegebenen Winkel einstellen und den Schalter Ausrichtungsmodus auf Drehen.

  128. Duke: Tony, bei ausgeschaltetem Ausrichtungsmodus stehen beide Anzeigen auf minus 75 (Grad). (Paneel 12)

  129. England: Okay. (Pause) Okay, Neigungswinkel auf 180 und Schwenkwinkel auf minus 12 einstellen. (Pause)

  130. Duke: Sind eingestellt. (Paneel 12)

  131. England: Okay. Wir gehen zurück und ziehen die Unterbrecher, die ihr für den Versuch gedrückt habt. Einmal auf Paneel 11, S‑Band‑Antenne – Offen.

  132. Young: Okay, ist offen. (Paneel 11)

  133. England: Okay. Auf (Paneel) 16, S‑Band‑Antenne – Offen.

  134. Duke: Okay, Tony.

  135. England: (irrt sich bei der Identifikation) Okay, John?

  136. Duke: Weiter.

  137. England: Okay, S‑Band‑Antenne – Offen.

  138. Duke: Weiter.

  139. England: Okay. Anzeigen – Offen. (Pause) Und Heizung – Offen.

  140. Duke: Ist offen.

  141. England: Okay. Unterbrecher Inverter 2 …

  142. Duke: Heizung ist offen. (Paneel 16)

  143. England: … Offen und Inverter 2 ausschalten.

  144. Duke: Alles klar. Erledigt. (Paneel 16, Paneel 14)

  145. England: Okay, die Anzüge sind dran.

  146. Duke: Okay, Tony. Was wären die korrekten Winkel für die Antennenausrichtung in unserer Lage?

  147. England: Ich frage nach. (Pause)

  148. Duke: Okay. (nicht zu verstehen)

  149. England: Okay. Die Winkel, die ihr von uns bekommen habt – 180 (Grad) und minus 12 (Grad) – sind in Ordnung. (Pause) Allerdings für ein Foto, nicht für die Ausrichtung. Wir möchten, dass ihr die Antenne fotografiert, wenn ihr draußen seid.

  150. Young: Verstanden. (Pause) Wenn Charlie am Schwenkregler dreht, schwingt der Zeiger – (fragt Charlie) Plus‑minus wieviel? – plus‑minus 3 Grad. (Pause) Es klingt nicht, als ob die Antenne sich dreht. Ich höre eher ein Rütteln. (Pause) Was machst du gerade, Charlie? (Pause)

  151. England: Okay, John und Charlie. Wir möchten, dass ihr euch auf die EVANASAEVAExtravehicular Activity vorbereitet. Falls wir weiter an der Richtantenne herumdoktern wollen, machen wir das nach der EVANASAEVAExtravehicular Activity. Außerdem habe ich eine Notiz. Ich weiß nicht, ob es stimmt, doch hier steht, dass der Schwenkmotor für euch nicht zu hören ist. (Pause)

  152. Young: Okay, aber Charlie sah aus dem Fenster (den Schatten der Antenne) und sie hat sich nicht bewegt.

  153. England: Okay. Es gibt einen Arretiermechanismus, der sich beim Aktivieren der Antenne entsperren sollte. Aus der Verkleidung ragt ein kleiner Hebel, an dem man erkennen kann, ob die Arretierung entsperrt ist. Deswegen sollt ihr ein Foto machen. Und die Arretierung hat etwas Spiel. Darum …

  154. Young: Verstehe.

  155. England: … konnte Charlie die Antenne vielleicht ein wenig bewegen. (lange Pause)

  156. Duke: Ich erinnere mich, die Antenne fotografiert zu haben (AS16-113-18338). Als wir zum ersten Mal an die Landefähre andockten, nach Eintritt in die Flugbahn zum Mond (TLINASATLITranslunar Injection), umgab uns eine Wolke aus weißen Partikeln (AS16-118-18875). Denn von einigen Oberflächen blätterte die Farbe ab. Beim Fotografieren ist mir aufgefallen, dass die Farbe sich regelrecht kräuselte. Es wirkte wie eine Folge der Sonneneinstrahlung. Das kann man auf den Fotos sehen. Ob auch der kleine Hebel zu sehen ist, weiß ich nicht.

    Auf Abbildung 14-29 im Missionsbericht zu Apollo 16 (Apollo 16 Mission Report) sieht man die zwei kleinen Hebel der Arretierungen (eine für jede Achse) an der Richtantenne.